Die häufigsten Fragen aus dem Bildungsurlaubs-Forum – und die Antworten darauf.

  • Kann ich Bildungsurlaub für die Prüfungen meines Fernlehrgang / meines Fernstudiums nehmen?

Nur In einigen Bundesländern sind Fernlehrgänge anerkennungsfähig.
Prüfungen sind selbst keine Lernphase, darum schließt z.B. NRW Prüfungen explizit aus.

Tatsächlich würde sich Bildungsurlaub für Anwesenheitsphasen bei Fernlehrgängen durchaus anbieten. Klären Sie am besten frühzeitig, ob die Fortbildung an der Sie teilnehmen, eine entsprechende Anerkennung hat.
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  • Kann ich für eine Sprachreise Bildungsurlaub nehmen?

Jein. In anderen Bundesländern geht es grundsätzlich weltweit – fragen Sie unbedingt nach, ob eine Anerkennung für Ihr Bundesland vorliegt. In NRW ist das räumlich explizit begrenzt (500-km-Radius rund um NRW). Bremen erkennt nur europäische Sprachen an, die Sie allerdings auch außerhalb Europas lernen dürfen. Mehr dazu unter  "Sprachreisen – beliebt, aber nicht immer anerkannt"
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  • Welches Gesetz gilt für mich, wenn mein Wohnort in einem anderen Land liegt als mein Arbeitsplatz?

Bildungsurlaub betrifft einen Rechtsanspruch gegenüber Ihrem Arbeitgeber. Darum ist entscheidend, wo Sie arbeiten, evtl. auch, wo der Firmensitz ist. Ihr Wohnsitz spielt also keine Rolle.
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  • Zusammenfassung und Übertragung von Ansprüchen übers Jahr –
    wie funktioniert das?

Einzelne Gesetze enthalten Regelungen dazu, ob und wie der Bildungsurlaubs-Anspruch eines Jahres auf das Folgejahr übertragen werden kann.

Dabei sind dann Regeln und Fristen einzuhalten. Es ist leider keine generelle Aussage dazu möglich, ein Blick in das Gesetz Ihres Bundeslandes kann helfen. Siehe Infothek
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  • Nach Arbeitsplatzwechsel – habe ich einen Anspruch auf Bildungsurlaub?

Nicht so ohne Weiteres. Es ist Ihrem neuen Arbeitgeber nicht zuzumuten, dass er einen alten Anspruch, den Sie gegenüber Ihrem vorherigen Arbeitgeber erworben, nun mit übernimmt. Darum enthalten die Gesetze teilweise Mindestzeiten, die Sie im Unternehmen beschäftigt sein müssen, bevor Sie einen Anspruch haben. Sie müssen auch Ihren neuen Arbeitgeber informieren, wenn Sie im laufenden Jahr schon Bildungsurlaub hatten.
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  • Für meinen Bildungsurlaub in NRW  oder Baden Württmberg bekomme ich keine Einzelanerkennung – wie finde ich heraus, ob das Seminar anerkannt ist?

Die Gesetze von Baden-Württemberg und NRW kennen tatsächlich keine Einzelanerkennungen von Seminaren, sondern nur von "nach dem Bildungszeitgesetz bzw. AWbG anerkannten Veranstaltern". Grundsätzlich gelten die Seminare dieser Anbieter dann als anerkannt, wenn sie die formalen Bedingungen (Dauer, Veranstaltungsort, Thema) erfüllen.

Liste in NRW anerkannte Veranstalter
Liste in Baden-Württemberg anerkannter Veranstalter

Von den Bildungswerken und Akademien erhalten Sie meist einen Hinweis auf das Aktenzeichen, in dem die Anerkennung bei der zuständigen Bezirksregierung ausgesprochen wurde.

Wichtig: Manche Bildungseinrichtungen sind staatlich anerkannt, oder sogar staatliche Einrichtungen (wie z.B. Unis), aber es gilt nur die Anerkennung nach dem AWbG ( NRW) oder Bildungszeitgesetz ( BW).

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  • Ihr Arbeitgeber lehnt ihren Antrag ab, weil das Seminar ihm für Ihren Arbeitsplatz nicht nützlich erscheint.

In den Gesetzen der meisten Länder ist die Wahlfreiheit bei der Seminarwahl explizit festgeschrieben.

Das NRW-Bildungsurlaubsgesetz macht hier eine Ausnahme: das Thema "ist nicht auf die bisher ausgeübte Tätigkeit beschränkt. Bildungsinhalte, die sich nicht unmittelbar auf eine ausgeübte berufliche Tätigkeit beziehen, sind eingeschlossen, wenn sie in der beruflichen Tätigkeit zumindest zu einem mittelbar wirkenden Vorteil des Arbeitgebers verwendet werden können."

Interessengeleitet legt ein Arbeitgeber die Latte für den Nutzen gern höher als ein/e Arbeitnehmer/in. Der Begriff Mindestnutzen deutet aber schon an, dass es nicht um die tägliche Anwendbarkeit gehen muss. Auch die perspektivische Weiterentwicklung Ihres beruflichen Werdegangs (nicht die Neuorientierung) darf in Ihre Seminarwahl einfließen. Letztlich geht es aber immer um die Beurteilung eines Einzelfalls. Hier kann Ihnen möglicherweise der Betriebsrat helfen oder auch ein Fachanwalt. Bei Seminaren der politischen Bildung gilt diese Einschränkung ohnehin nicht -  da haben auch NRWler/inenn freie Wahl.


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