Fachtagung Bildungsurlaub NRW 2014

Blick auf den Bildungsurlaub – Es geht weiter!

Fachtagung in Dortmund für Planer/-innen und andere Fachleute aus der Erwachsenenbildung

Freitag, 28. März 2014, VHS Dortmund, Hansastraße 2–4, 44137 Dortmund

Tagungsbericht

Von Wilfried Mühhaus

Die Volkshochschule Dortmund war am 28. März im Löwenhof Veranstaltungsort einer Fachtagung zum Thema „Bildungsurlaub“.

Vorbereitet und getragen von einer Gruppe Weiterbildungs-Expertinnen und -experten u.a. aus den Volkshochschulen Dortmund und Köln, dem Bildungswerk der Humanistischen Union, dem Lohmarer Institut für Weiterbildung, dem DGB Bildungswerk NRW, dem Forum Unna sowie dem Herausgeber von „Bildungsurlaub in NRW“.

Rund 120 Besucherinnen und Besucher aus der Weiterbildungslandschaft NRW folgten der Einladung, den aktuellen Stand und neue Entwicklungen rund um den Bildungsurlaub zu diskutieren.

Begrüßung und Einstieg ins Thema

Heinz Bünger, der Direktor der VHS Dortmund, brachte seine besondere Freude über die große Resonanz zum Ausdruck und darüber, dass die VHS Dortmund bereits zum 3. Mal Veranstaltungsort dieser überregionalen Tagung sei. Zumindest für die VHS Dortmund sei das Format Bildungsurlaub ein positives Dauerthema – „Es geht weiter und bleibt aktuell!“ - und eine Erfolgsgeschichte, sei doch die Zahl der angebotenen wie auch der durchgeführten Veranstaltungen stetig gestiegen und habe sich seit 2009 etwa verdoppelt.

Das Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW und seine Chancen

Heike Maschner, Referatsleiterin im Ministerium für Schule und Weiterbildung, zog in ihrem Beitrag ein insgesamt positives bildungspolitisches Resumee zur Arbeitnehmerweiterbildung: Sie ging auf die inzwischen konfliktfreiere Nutzung des Weiterbildungsrechtes als Folge der Novellierung des Arbeitnehmerweiterbildung (AWbG) ein, sie führte auch zur Öffnung des „Bildungsurlaubsmarktes“ für Weiterbildungseinrichtungen außerhalb von NRW: derzeit sind 640 Einrichtungen anerkannt, davon ca. 20% mit Sitz außerhalb von NRW.

In der parlamentarischen Diskussion sei der Vorschlag, künftig auch Auszubildenden 5 Tage Bildungsurlaub zu gewähren. Auch plane die Landesregierung ein Berichtswesen zur Weiterbildung im Land, um die quantitative und qualitative Datenlage auch bei der Arbeitnehmerweiterbildung zu verbessern.

Das AWbG und seine politischen Rahmenbedingungen

Dr. Norbert Reichling vom Bildungswerk der Humanistischen Union NRW ging in seinem Vortrag auf „Das AWbG und seine politischen Rahmenbedingungen“ ein.

Norbert Reichling verwies auf

  • die Grundidee und Vorgeschichte des Bildungsurlaubs
  • die Entwicklung von politischer und beruflicher Bildung im Bildungsurlaubsangebot
  • die aktuelle Entwicklung in NRW und
  • neuere Entwicklungen in anderen Bundesländern

Entwicklungen beim Bildungsurlaub 2010 bis 2013

Bernhard Eul-Gombert, Herausgeber der Broschüre „Bildungsurlaub in NRW“ und von www.bildungsurlaub.de, analysierte das Gesamtangebot an Seminaren (auf Basis der „Bildungsurlaubsbroschüren 2010 bis 2013) sowie das Teilnehmerinteresse (Nutzerstatistik Bildungsurlaub.de)

Aktuelle Trends:

  • 20% Angebots-Wachstum In den letzten 3 Jahren bei (geschätzt) 4000 Seminarangeboten in NRW p.a.
  • Die Nachfrage auf www.bildungsurlaub.de, bezogen auf NRW-Besucher, stieg um 20% in 3 Jahren, bundesweit (ohne NRW) sogar um 80%.
  • Die Angebote der Politischen Bildung liegen konstant seit 1997 bei etwa 15% des Gesamtangebots. 
  • Inhaltliche Trends: Arbeits- und Organisationstechniken stark wachsend, ebenso Sprachen (insb. Französisch, Spanisch, Italienisch)
  • Veranstalter lassen Angebote werden häufig in mehreren Bundesländern anerkennen

Podiumsdiskussion: Bildungsurlaub – von außen gesehen

Mit Dr. Klaus Brülls, dem ehem. Geschäftsführer des DGB-Bildungswerkes NRW, diskutierten Marita Klawe von KOBIseminare, Martina von Kobilinski, von DSW21, Dr. Jens Stuhldreier von der Regionalagentur Niederrhein und Roswitha Süßelbeck, Betriebsratsvorsitzende von Bayer Leverkusen.

Statements finden Sie im ausführlichen Tagungsbericht.

In seinem Abschlussfazit stellte Dr. Klaus Brülls fest:

  • Der hohe Teilnahmeanteil an politischer Bildung bei den beiden Betrieben, Bayer Leverkusen und DSW21, ist ein Mut machendes Signal für politische BildnerInnen
  • Die zunehmende Instrumentalisierung des reformorientierten Individualrechts „Arbeitnehmerweiterbildung“ zur Verbesserung der Teilhabe an Weiterbildung durch Arbeitgeber für betriebliche Zwecke ist kritisch und in seinen Auswirkungen ambivalent.

Workshops & Arbeitsgruppen

Das ABC der Planung und Durchführung von Seminaren nach dem AWbG NRW

Leitung: Wilfried Mühlhaus und Norbert Reichling

In diesem Workshop wurde die „Checklist für die Planung und Vorbereitung von AWbG-Veranstaltungen“ vorgestellt: sie zählt alle Aspekte auf, die Anbieter von der Anerkennung bis zum erfolgreichen Abschluss der Veranstaltung zu berücksichtigen haben.

Schwerpunkte:

  • Einrichtungsanerkennung (§10f AWbG) / Zuständigkeit bei Kooperationen
  • Grundsätze der Formulierung des Veranstaltungsprogramms
  • Inhaltlichkeit: / Berufliche oder politische Bildung / Negativkatalog
  • Länge, Struktur und Intensität
  • Anerkennung in anderen Bundesländern (s.a. AG 2)
  • Anmelde- und Teilnahmebestätigung
  • Fristenregelungen, AGB, Bildungsprämie/ Bildungsscheck

Anerkennung von Bildungsurlaubs-Veranstaltungen in anderen Bundesländern

Leitung: Heinz Hüser und Andreas Lackmann

Veranstalter nutzen zunehmend die Möglichkeit, Seminare in mehreren Bundesländern anerkennen zu lasse und erhöhen so ihre Reichweite. Abweichende gesetzliche Regelungen setzen allerdings spezifische Kenntnisse voraus, was wo anerkannt werden kann und wie die Anerkennung beantragt werden muss.

Einen systematischen Einblick in die verschiedenen Anerkennungsverfahren bieten diese Übersichten:

Synopse Bildungsurlaubsgesetze der Bundesländer 2014 (xls), (Download mit Rechtsklick "Ziel speichern unter"), von Alexander Fritz

 Übersicht über die Anerkennungs-Regelungen in den einzelnen Bundesländern, Stand Sept. 2013 (pdf)

Anerkennung von Bildungsurlauben in anderen Bundesländern (pdf) von Alexander Fritz und Andreas Lackmann
 

Marketing: Entwicklungen – Strategien – Märkte – Kundengewinnung

Teil 1: Die Qualität von Veranstaltungstexten steigern

Leitung: Elke Brinkmann-Pytlik

Aspekte wie Textaufbau, Inhaltlichkeit, Verständlichkeit und Stilistik, Benutzung von Signalwörtern, Herstellen von Aktualität, Gewichtung der vermittelten Informationen (Nachrichtenpyramide) sorgen dafür, dass Texte gelesen und verstanden werden.

Workshop Marketing: Kurstexte richtig formulieren (pdf) von Elke Brinkmann-Pytlik

Workshop Marketing: Nachrichtenpyramide (pdf) von Elke Brinkmann-Pytlik

 

Teil 2: Kundenkommunikation – der richtige Mix von von Print-, Online- und Individualmarketing
Leitung: Bernhard Eul-Gombert

Teilnehmende nutzen Print- und Online-Medien parallel und erschweren so die Frage „Wo kommen die Anmeldungen her?“: Wie können Einrichtungen diese Nutzung erleichtern – ohne dass der „Faden abreißt“?

  • Die „richtigen“ Suchbegriffe im Ankündigungstext helfen, in Google gefunden zu werden.
  • Newsletter: perfekt zur Kundenbindung – wenn man typische Fehler vermeidet.
  • Medienmix: welches Medium für welche Aufgabe?

Workshop Marketing: Kundenkommunikation und Anmeldewege (pdf) von Bernhard Eul-Gombert

Top 1000 Suchbegriffe Bildungsurlaub.de 2013 (xls) Download mit Rechtsklick "Ziel speichern unter"

 

Im Anschluss an die Tagung lud die VHS Dortmund zur Führung durch das Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität.

Ergebnisse und Materialien

Ausführlicher Tagungsbericht von Wilfried Mühlhaus

Überblick über Bildungsurlaubs- bzw. Bildungsfreistellungsgesetze (pdf) von Dr. Norbert Reichling

AWbG-Planungs-Checkliste (pdf) von Dr. Norbert Reichling

Bildungsurlaub 2010 bis 2013 - Trends und Entwicklungen (pdf) von Bernhard Eul-Gombert

Synopse Bildungsurlaubsgesetze der Bundesländer 2014 (xls) von Alexander Fritz

Übersicht über die Anerkennungs-Regelungen in den einzelnen Bundesländern, Stand Sept. 2013 (pdf)

Bildungsurlaub 2010 bis 2013 - Trends und Entwicklungen (pdf) von Bernhard Eul-Gombert

Präsentation: Anerkennung von Bildungsurlauben in anderen Bundesländern (pdf) von Alexander Fritz und Andreas Lackmann

Workshop Marketing: Kurstexte richtig formulieren (pdf) von Elke Brinkmann-Pytlik

Workshop Marketing: Nachrichtenpyramide (pdf) von Elke Brinkmann-Pytlik

Workshop Marketing: Kundenkommunikation und Anmeldewege (pdf) von Bernhard Eul-Gombert

Top 1000 Suchbegriffe Bildungsurlaub.de 2013 (xls) Download mit Rechtsklick "Ziel speichern unter"



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