Die „Hessische Schweiz“ gehört zu einem durchgehend bewaldeten Muschelkalk-Höhenzug. Sie ist eines der größten Bergsturzgebiete Deutschlands und wird nach Süden hin durch das weitläufige Werratal abgegrenzt.
Die Abgeschiedenheit (bedingt durch die ehemalige innerdeutsche Grenze), karge Böden, Naturschutz und das Nichteingreifen des Menschen führten in dieser Mittelgebirgslandschaft zur Erhaltung und in zunehmendem Maß zur Neuansiedlung von reichhaltiger und besonderer Flora und Fauna.
Aber auch die durch jahrelangen Kiesabbau entstandenen zahlreichen Seen im Werratal entwickelten sich durch gezielte Rekultivierungsmaßnahmen zu wertvollen neuen Lebensräumen für viele schützenswerte Pflanzen und Tiere.
Zu Fuß und mit dem Kanadier werden wir verschiedene Schutzgebiete und Renaturierungsprojekte wie „Auenverbund Werra“, „Grünes Band“ oder „Jestädter Weinberg“ erkunden. Über die Akzeptanz und die langfristige Durchsetzbarkeit solcher Naturschutzbemühungen sowie über die Interessenkonflikte und das politische Handeln in der Region werden wir vor Ort diskutieren.
Untergebracht sind wir in einem Naturfreundehaus mit Mehrbettzimmern. Dort haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu versorgen und gemeinsam zu kochen oder in der örtlichen Gastronomie essen zu gehen.
Termin: 26.9.–3.10.2026
Ort: Meinhard-Neuerode (Eschwege)
Gebühr: 595 Euro
Leistungen: 7 Übernachtungen, Seminarleitung, Seminarmaterial, Exkursionen, Kanumiete, Versicherungen, Reisepreissicherungsschein, Vorbesprechung.
Über uns
Seit 1984 bieten wir Bildungsurlaube mit den thematischen Schwerpunkten Pädagogik, Umweltpolitik, Ökologie und Naturschutz im Rahmen der politischen Bildung an. Es geht uns darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Politik so gestaltet werden kann, dass menschliches Wirken auf diesem Planeten zukunftsfähig und dauerhaft ausgerichtet werden kann. Wir versuchen, anhand positiver Beispiele zu zeigen, welcher Reichtum an Natur noch existiert, von welchen Konflikten Natur und Ökologie bedroht sind, und wie Schutzstrategien sinnvoll umgesetzt werden können.
In diesem Spannungsfeld möchten wir in unseren Bildungsurlauben mit den Teilnehmern erarbeiten, welche Möglichkeiten wir heute immer noch haben, um uns an dieser Auseinandersetzung politisch zu beteiligen. Dazu gehört im Rahmen der politischen Bildung, dass wir in ausgesuchten naturnahen Regionen mit Fahrrädern, Kanus oder zu Fuß unterwegs sind, Natur sinnlich erleben, und uns mit den politischen Konflikten, wie und von wem Natur genutzt werden soll, beschäftigen.
In der direkten Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt versuchen wir in vielen Gesprächen mit Fachleuten vor Ort, einen Zugang zu den Themen Ökologie, Naturschutz und Umweltpolitik zu finden. Diese Herausforderung betrifft uns alle, egal, welcher Arbeit wir nachgehen, egal, welchen Status wir in unserer Gesellschaft haben. Bildungsurlaub soll gerade denen Möglichkeiten zur politischen Bildung eröffnen, denen aufgrund ihrer sonstigen Verpflichtungen am Arbeitsplatz wenig Zeit für Politik zur Verfügung steht. Dabei hat aber niemand ins Gesetz geschrieben, dass Bildung nicht auch Freude machen darf! Wir versuchen, unsere Seminare so zu gestalten, dass Bildung als ein wichtiges Lebensziel wieder attraktiv für alle wird.