Die Wetterau ist eine der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands. Ausgedehnte Buchen-Mischwälder, sanfte Hügel mit Streuobstwiesen, verwunschene Täler mit weitläufigen Flussauen, offene Felder und Wiesen sowie traditionelle Hutungen prägen das abwechslungsreiche Bild dieser Landschaft. Am Nordrand der Wetterau erkunden wir zu Fuß und mit Fahrrädern die Feuchtwiesengebiete des „Auenverbundes Wetterau“ und die Mager- und Trockenrasenhabitate der „Wetterauer Hutungen“. Sie sind Teil des europäischen Schutzgebietenetzes „Natura 2000“ und erfolgreiche „LIFE+“-Projekte.
Bei Fachleuten, Naturschutz- und Interessengruppen informieren wir uns über die Durchsetzbarkeit solcher Naturschutz- und Renaturierungsprojekte. Wir befassen uns mit den Interessenkonflikten vor Ort, mit dem Erhalt, der Pflege und der Entwicklung dieser Gebiete sowie deren langfristiger Sicherung. Welche möglichen positiven Auswirkungen dies auf die Infrastruktur und die regionale Wirtschaft haben kann, werden wir erfahren.
Untergebracht sind wir in einem „Schäferwagendorf“ auf einer alten Streuobstwiese. Die Schäferwagen sind nach historischem Vorbild in Holzbauweise gebaut und bieten Platz für 2 bis 3 Personen. Wir haben die Möglichkeit, uns selbst zu versorgen und gemeinsam zu kochen oder in der örtlichen Gastronomie essen zu gehen.
Termin: 23.8.–28.8.2026
Ort: Hungen-Nonnenroth
Gebühr: 595 Euro
Leistungen: 5 Übernachtungen im Schäferwagen, Seminarleitung, Seminarmaterial, Exkursionen, Versicherungen, Reisepreissicherungsschein, Vorbesprechung.
Über uns
Seit 1984 bieten wir Bildungsurlaube mit den thematischen Schwerpunkten Pädagogik, Umweltpolitik, Ökologie und Naturschutz im Rahmen der politischen Bildung an. Es geht uns darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Politik so gestaltet werden kann, dass menschliches Wirken auf diesem Planeten zukunftsfähig und dauerhaft ausgerichtet werden kann. Wir versuchen, anhand positiver Beispiele zu zeigen, welcher Reichtum an Natur noch existiert, von welchen Konflikten Natur und Ökologie bedroht sind, und wie Schutzstrategien sinnvoll umgesetzt werden können.
In diesem Spannungsfeld möchten wir in unseren Bildungsurlauben mit den Teilnehmern erarbeiten, welche Möglichkeiten wir heute immer noch haben, um uns an dieser Auseinandersetzung politisch zu beteiligen. Dazu gehört im Rahmen der politischen Bildung, dass wir in ausgesuchten naturnahen Regionen mit Fahrrädern, Kanus oder zu Fuß unterwegs sind, Natur sinnlich erleben, und uns mit den politischen Konflikten, wie und von wem Natur genutzt werden soll, beschäftigen.
In der direkten Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt versuchen wir in vielen Gesprächen mit Fachleuten vor Ort, einen Zugang zu den Themen Ökologie, Naturschutz und Umweltpolitik zu finden. Diese Herausforderung betrifft uns alle, egal, welcher Arbeit wir nachgehen, egal, welchen Status wir in unserer Gesellschaft haben. Bildungsurlaub soll gerade denen Möglichkeiten zur politischen Bildung eröffnen, denen aufgrund ihrer sonstigen Verpflichtungen am Arbeitsplatz wenig Zeit für Politik zur Verfügung steht. Dabei hat aber niemand ins Gesetz geschrieben, dass Bildung nicht auch Freude machen darf! Wir versuchen, unsere Seminare so zu gestalten, dass Bildung als ein wichtiges Lebensziel wieder attraktiv für alle wird.