Einführung in „Restorative Circles“ – Konflikte im Kreis der Gemeinschaft lösen
„Wir haben Räume, um darin zu schlafen. Wir haben Räume, um darin zu essen. Es wird Zeit, dass wir uns Räume schaffen, in denen wir mit unseren Konflikten leben und sie verwandeln können.“
— Dominic Barter
Kennst du Situationen, in denen Gespräche festfahren oder Worte nicht mehr weiterhelfen? Wie gelingt es, trotz Konflikten wieder in echten Dialog zu kommen? Eine Antwort darauf bietet das in Brasilien entwickelte Konzept der Restorative Circles.
In diesem Einführungsseminar lernst du einen Prozess kennen, der Gruppen und Gemeinschaften dabei unterstützt, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern sie willkommen zu heißen und daraus zu lernen. Alle Beteiligten eines Konflikts kommen in einen Kreis: diejenigen, die gehandelt haben, diejenigen, die betroffen sind, sowie Menschen aus dem sozialen Umfeld. Gemeinsam entsteht ein Raum für Zuhören, Verständnis und Veränderung.
Die Methode wurde von Dominic Barter in den Favelas von Rio de Janeiro entwickelt und ist inspiriert von der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Sie hat sich besonders in herausfordernden Konfliktsituationen bewährt, in denen klassische Ansätze nicht weiterführen.
Im Unterschied zu Mediation oder klassischen Meetings steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Der Prozess basiert auf drei zentralen Prinzipien:
- Freiwilligkeit: Alle Beteiligten entscheiden sich bewusst für die Teilnahme und übernehmen Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft.
- Gleichberechtigung: Keine Hierarchien – jede Person tritt als Mensch ein, unabhängig von Rollen oder Positionen.
- Offenes Ergebnis: Lösungen entstehen nicht vorab, sondern durch gemeinsames, tiefes Zuhören.
Restorative Circles können überall eingesetzt werden: in Schulen, Teams, Wohngemeinschaften, Kirchen, Familien oder Nachbarschaften. Jeder Mensch kann einen Kreis initiieren.
Wie Dominic Barter beschreibt, besteht der Prozess aus drei Phasen: Konflikt verstehen, konkrete Schritte vereinbaren und Ergebnisse gemeinsam reflektieren. So entsteht ein Raum, in dem Macht geteilt, Verantwortung übernommen und gemeinsames Handeln möglich wird.
Im Seminar erlebst du die Methode selbst und lernst:
- wie ein geschützter Kreis wirkt, in dem echtes Zuhören und Sprechen möglich wird
- wie du Sicherheit und Vertrauen im Raum aufbaust
- wie der Prozess strukturiert ist und angeleitet werden kann
Du gehst mit praktischer Erfahrung, klarer Struktur und einem tieferen Verständnis für gemeinschaftliche Konfliktbearbeitung nach Hause.
Für Interessierte, die einen RC selber umsetzen möchten, besteht im Anschluss die Möglichkeit zur Vertiefung in einem weiterführenden Modul.
Das Seminar richtet sich an alle, die Konflikte konstruktiv gestalten möchten – unabhängig von Vorerfahrung.
Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz
Friedensbildungswerk Köln (FBK)
Das Friedensbildungswerk Köln (FBK) ist eine staatlich anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung und wird vom gemeinnützigen Verein Friedensbildungswerk Köln e.V. getragen. Seit Jahrzehnten engagieren wir uns für gesellschaftliche Gewaltfreiheit, politische Beteiligung und soziale Gerechtigkeit. Unter dem Motto “Bildung und Frieden” reicht unser umfangreiches Bildungsangebot von Sprachkursen über Mediationsausbildungen bis hin zu politischen und sozialen Themen, die zur Förderung des friedlichen Miteinanders beitragen.
Besonders stolz sind wir auf unser Angebot von Bildungsurlauben, die wir als anerkannter Anbieter gemäß dem Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AWBG) in NRW und weiteren Bundesländern durchführen. Unsere Kurse bieten eine einmalige Gelegenheit, berufliche und persönliche Kompetenzen zu erweitern und gleichzeitig das friedliche Miteinander zu stärken.
Die Qualität der Bildungsarbeit wurde durch unabhängige Prüfungsorganisationen, wie das LQW-Verfahren («Lernorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung»), erfolgreich zertifiziert.
Mit einem Leitbild, das auf gesellschaftliche Teilhabe und Nachhaltigkeit setzt, und Führungsgrundsätzen wie Selbstverwaltung, Eigenverantwortung und Vertrauen, fördert das FBK seit über vier Jahrzehnten aktive Bürgerbeteiligung und konstruktive Konfliktlösungen. Es ist ein zentraler Akteur in der Friedens- und Bildungsarbeit und bietet sowohl thematische Vertiefungen als auch praktische Ansätze, wie die gewaltfreie Kommunikation und Mediation.
Das Friedensbildungswerk Köln (FBK) hat das Ziel, bei den Teilnehmenden nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern vor allem transformative Prozesse anzustoßen. Wir möchten erreichen, dass unsere Teilnehmenden:
Durch unsere partizipativen und praxisnahen Bildungsangebote möchten wir die Teilnehmenden befähigen, Verantwortung zu übernehmen und positive Veränderungen in ihrem Umfeld anzustoßen.
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