Schon seit längerem weiß die Traumaforschung: Unsere Vorfahren, zwischen 1929 und 1945 geboren, haben ihre nicht verarbeiteten Kriegstraumata und deren Folgeschäden an die zwischen 1945 und 1990 geborenen Nachfahren, sogenannte „Kriegskinder“, Kriegsenkel“ und „Kriegsurenkel“ weitergegeben. Die direkt Betroffenen hatten keine Möglichkeit gehabt, sich um Heilung ihrer schweren psychischen Verletzungen zu kümmern. So haben Nazi-Erziehung, Krieg, Flucht und Vertreibung in vielen Familien stärkere Nachwirkungen hinterlassen, als uns oft bewusst ist. Es war noch bis vor Kurzem ein sehr ungewohnter Gedanke, die eigenen Leiden und Schwierigkeiten könnten als Ursache die nicht verarbeiteten Kriegserschütterungen der Eltern oder Großeltern haben. Besonders die Kinder des letzten Krieges haben gelernt, über ihre traumatischen Erfahrungen besser zu schweigen. Damit haben sie das Verdrängen als einziges Mittel des Umgangs praktiziert.
Ziel des Seminars ist das Erkennen von (sekundären) Traumatisierungen durch familiäre Kriegsprägungen der Vergangenheit und deren Auflösung, um das eigene Leben und die persönliche Zukunft unbeschwert gestalten zu können.
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