Bei der Sanierung von Altbauten stößt man oft auf historische Steinholzfußböden, einen fast vergessenen Baustoff. Diese Böden, die meist eine rotbraune Färbung haben, wurden früher als Estrich in einem Zwei-Schicht-Verfahren verlegt. Die einzigartigen Eigenschaften dieses Materials – seine Härte, Langlebigkeit und die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung – werden in diesen Fachkurs praktisch vermittelt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Materialien wie Acryl, PVC oder Epoxidharz, die oft eine kurze Lebensdauer haben und als Sondermüll entsorgt werden müssen, ist LEOSTEENsteinholz eine nachhaltige und ökologische Alternative. Es ist ein gesundheitlich unbedenklicher Baustoff, der:
Langlebig und robust ist: eine Nutzung von 100 Jahren ist möglich.
Vielseitig einsetzbar ist: als Fußboden, Wandverkleidung und sogar für die Beschichtung von Tischen und Arbeitsplatten.
Individuell gestaltbar ist: Von Naturtönen bis zu kräftigen RAL-Farben sind alle Farbwünsche umsetzbar. Zusätzlich können Marmor- oder Basaltsplitte für einen Terrazzo-Effekt eingemischt werden. Auch Mosaike, Edelstahl- und Messingschienen können integriert werden, um einzigartige Designs zu schaffen.
Leicht zu pflegen ist: Die geschliffene und polierte Oberfläche wird mit einem Naturlack grundiert und versiegelt und kann mit einem speziellen Bohnerwachs im Wischwasser gepflegt werden.
Zielgruppe:
Der Fachkurs richtet sich an Handwerker:innen mit einschlägigen Vorkenntnissen, die die Herstellung, Gestatung und Restaurierung von Steinholzfußböden erlernen möchten.
Für die Teilnahme werden handwerkliche Grundkenntnisse und praktische Erfahrung in der Estrichverlegung empfohlen. Spezifische Vorkenntnisse im Umgang mit Magnesit sind nicht erforderlich.
Lernziele / Ergebnisse: DQR-Niveau: Kompetenzstufe 2
Der Kurs vermittelt Wissen zu folgenden Themen:
Fertigkeiten
Die Teilnehmenden üben und erlernen folgendes:
Befähigung / Nutzen
Das Ziel dieses praxisnahen Kurses ist es, den Teilnehmenden alles über die Planung, das Material und die handwerkliche Umsetzung von Magnesit-/Steinholzböden zu vermitteln.
Ablauf / Programm
Der Kurs verbindet theoretische Einführungen mit umfangreichen praktischen Übungen. Behandelt werden Materialkunde, konstruktive Grundlagen sowie die praktische Anwendung an Probestücken und einem neu herzustellenden Fußboden.
Abschluss / Zertifikat
Der Kurs wird mit einer Teilnahmebescheinigung abgeschlossen.
Organisation / Rahmenbedingungen
Dozent:
Über uns
Ausgehend von einer unbedarften Sanierung eines alten Fachwerkhauses, haben wir uns als Europäische Bildungsstätte für Lehmbau über Jahrzehnte hin zu einer Expertin in Sachen ökologisches Bauen und Sanieren entwickelt. Bald war uns klar, dieses Wissen und die praktischen Fähigkeiten wollen wir weitergegeben. Hierzu haben wir über die Jahre ein spannendes Netzwerk mit europäischen Partnern aufgebaut und gemeinsam verschiedene Bildungsformate entwickelt.
Als lernende Organisation zum ökologischen Bauen befähigen
In den vielen Kursen, die hier in Wangelin und bei unseren europäischen Partnern bereits stattfanden, haben wir viel über eine gelungene Wissensvermittlung gelernt und unsere eigene Lernkultur entwickelt. Wichtig ist uns zum Beispiel, dass Teilnehmer*innen ihren individuellen Zugang zu den Lerninhalten entdecken können und damit ausgelassen experimentieren. Darüber hinaus verstehen wir Lehrende und Lernende eines Kurses als Partner*innen.
Als ein Zentrum des ökologischen Bauens ist es uns wichtig, das Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit im Baubereich zu erhöhen. Wir wollen interessierte Menschen dazu befähigen und ermutigen, eigenverantwortlich mit ökologischen Baustoffen zu bauen.
Altes Wissen und neue Techniken an Kinder, Familien, Laien und Experten vermitteln
Inhaltlich vermitteln wir in unseren Kursen Fachwissen und -techniken zu aktuellen Entwicklungen im ökologischen Bauen (Lehmbau, Lehmputz, Strohballenbau, Innendämmung, Lehmofenbau, Tadelakt etc.) sowie zu traditionellen Bauweisen (Reetdachdeckung, Trockenmauerbau, traditionelles Bauen mit Lehm und Kalk).
Dabei richten sich unsere Angebote an erwachsene Person (mit und ohne Vorkenntnisse), aber auch teilweise an Kinder und Jugendliche oder die ganze Familie. Spielerisch und einfach führt das Lehmmuseum im Nachbardorf Gnevsdorf übrigens auch jeden Lehm-Laien an das spannende und vielschichtige Thema heran.
Während des Aufenthaltes bei uns lädt auch der benachbarte Wangeliner Garten mit seinem großen Schaugarten, Café und Lehmgebäuden zum Flanieren und Verweilen ein. Hier können Sie bei Bedarf auch eine Unterkunft für die Zeit Ihres Kurses und darüber hinaus buchen.