Der Vielvölkerstaat Jugoslawien verfolgte bis zu seinem Zerfall 1992 eine vollständige Bündnisfreiheit in militärischen Fragen. Das Land zählte sogar zu einem der Mitbegründer der antiimperialistischen Bewegung der Blockfreien Staaten. Um seine Unabhängigkeit zu sichern, wurden quer durch Jugoslawien unzählige Bunkeranlagen errichtet. Teilweise handelte es sich sogar um die größten militärischen Bunkersysteme Europas. Doch das Land unter dem stark vom Kommunismus geprägten Staatspräsidenten Josip Broz Titos war keinesfalls demokratisch, missbillige Einwohner und Oppositionelle wurden in eines der zahlreichen Haftorte verbannt. Tito verfolgte nach dem Bruch mit Stalin 1948 eine als Titoismus bezeichnete, von der Sowjetunion unabhängige Politik. Um ihn wurde im Land ein intensiver Personenkult betrieben.
Das Besuchen historischer Orte und Gedenkstätten des 20. Jahrhunderts ist von großer Bedeutung, um die Vergangenheit zu verstehen, aus ihr zu lernen und eine tiefere Perspektive auf aktuelle Geschehnisse zu gewinnen. Diese Stätten dienen als lebendige Erinnerungen an bedeutende Ereignisse wie Weltkriege, Revolutionen und wichtige politische Entwicklungen. Durch den direkten Kontakt mit historischen Orten kann man die Atmosphäre und die emotionalen Aspekte vergangener Ereignisse besser erfassen. Zudem sensibilisiert es für die Bedeutung von Frieden, Menschenrechten und demokratischen Werten. Historische Stätten sind somit lebendige Lehrmittel, die zur Bewahrung der Geschichte und Förderung einer gemeinsamen Erinnerung beitragen.
Auf dieser Bildungsreise besichtigen wir nicht nur zu einem der größten Bunker des Landes, sondern wir fahren ebenfalls zu einem der berüchtigtsten Verbannungsinseln des Tito-Regimes. Eine wahre Spurensuche der Geschichte.
Martin Kaule, 1979 in Berlin geboren und aufgewachsen, verbindet technisches Wissen mit historischer Neugier und fotografischem Blick. Der Informatik-Betriebswirt entdeckte früh seine Leidenschaft für die Dokumentation vergessener und oft unzugänglicher Orte der Zeitgeschichte.
Seit 2005 organisiert er als Reiseveranstalter außergewöhnliche Touren, die weit über das klassische Sightseeing hinausgehen. Seine Exkursionen, Bildungs- und Forschungsreisen führen zu authentischen Schauplätzen europäischer Geschichte – zu verlassenen Militäranlagen, Relikten des Kalten Krieges, Industriebrachen oder Orten, die sonst kaum öffentlich zugänglich sind. Hier erleben Teilnehmende Geschichte unmittelbar: dort, wo sie einst geschah.
Als Buchautor kann Martin Kaule auf eine umfangreiche Veröffentlichungsreihe verweisen – von historischen Reiseführern bis zu großformatigen Bildbänden, die seine Reisen und fotografischen Expeditionen begleiten.
Bereits 2008 entstanden erste eigene Buchprojekte. Vier Jahre später gründete er den Verein »Orte der Geschichte«, aus dem nahezu 30 Bände in der gleichnamigen Reihe hervorgingen. 2015 folgte die ebenfalls erfolgreiche Publikationsreihe »Geschichts- und Erinnerungsorte«.
Weitere Informationen zu Martin Kaule, seinen Reisen und Publikationen finden sich auf www.martin-kaule-reisen.de.