Was bedeutet es, mitten im Leben zu stehen?
Die Mitte des Lebens tritt oft krisenhaft an den Menschen heran und bringt eine Lebensbilanzierung und die Frage nach einem sinnvollen Lebensentwurf mit sich. Wir wollen im Sinne von Viktor Frankl den Aufgabencharakter des Lebens beleuchten. Dabei geht es sowohl um die Auseinandersetzung mit dem Gegebenen und Gewordenen als auch um die Ausrichtung auf das Potential und die Möglichkeiten. Wir werden anhand der Lebensphasen nach Guardini die Lernfelder entfalten und der menschlich-existentiellen Frage nachgehen, was es bedeutet, mitten im Leben zu stehen.
Die Lebensmitte ist mehr als nur die vermeintliche Altersmitte eines Menschenlebens. Es ist eine Phase im Leben, in der es in der Regel sehr “dick kommt”. In vielen Lebensbezügen werden hohe Anforderungen gestellt (Beruf, Kinder, Partnerschaft), Veränderungen in familiären Bezügen, Lebenserfahrung, Sehnsucht nach Wachstum und die (nun spürbaren) Folgen von eigenem Raubbau können sich zur Krise verdichten. Dies ist ein guter Zeitpunkt, innezuhalten und sich dem eigenen Lebensentwurf zuzuwenden. Es geht darum, das bereits Gelebte zu würdigen, in den Kontakt mit der Mitte des Lebens zu kommen und mit innerer Zustimmung sich auf die anstehenden Aufgaben und Entfaltungsmöglichkeiten auszurichten.
Themen des Seminars:
Dazu werden wir die Lebensphase der Lebensmitte erkunden und reflektieren, die Gestaltungsräume ausloten und Möglichkeiten zur sinnorientierten Lebensgestaltung kennenlernen. Impulse dazu kommen aus der sinnorientierten Psychotherapie, den eigenen Lebenserfahrungen und systemischen Ansätzen.
Ziel des Bildungsurlaubs: Sich mit dem Thema Lebensmitte und Lebensgestaltung im persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Zusammenhang auseinanderzusetzen.
Aspekte und Fragestellungen, die im Rahmen des Bildungsurlaubs insbesondere behandelt und reflektiert werden:
Für die Teilnahme am Bildungsurlaub wird eine normale psychische Stabilität und Belastbarkeit vorausgesetzt.