„Scham, eine tabuisierte Emotion, kann in jeder zwischenmenschlichen Begegnung akut werden.“
(Dr. Stephan Marks)
Sätze wie: „Ich schäme mich vor dir“, „Ich schäme mich für dich“, „Habe ich dich beschämt?!“, „Ich fühle mich beschämt von dir“ sind kaum sprechbar. Schämen wir uns, fühlen wir uns nicht selten überflutet, sind vielleicht „blockiert“. Die Realisierung des Erlebten ist anschließend nur langsam und mit Zeit und zunehmendem Abstand möglich.
Das starke Gefühl der Scham begegnet uns aber auch in Momenten psychosozialer Arbeit. Können wir diese Momente wahrnehmen oder erkennen? Niemand möchte gerne an schambesetzte Situationen erinnert werden. Wir alle vermeiden dieses starke Erleben und wir haben als Kinder gelernt: „Du brauchst Dich doch nicht schämen!“ – , um damit dieses wichtige, existenziell bedeutsame Gefühl zu tabuisieren.
Als Verantwortliche für die Gestaltung von professionellen zwischenmenschlichen Begegnungen geht es in diesem Seminar um die vorsichtige Spurensuche zu den Wahrnehmungsmöglichkeiten einer tabuisierten Emotion, der Scham.
Offenes Seminarangebot für interessierte Kolleg*innen aus den Bereichen Erziehungshilfe, Soziale Arbeit, Pflege, Schule, Beratung und Therapie.