Die Eisenbahn revolutionierte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Mobilität von Menschen und Gütern. Wer waren die Triebkräfte dieser industriellen Revolution in der Pfalz, wer konzipierte und wer baute die neu entstehenden Strecken, die Tunnel und Brücken? Welche Wechselwirkungen gab es zwischen der damaligen Demokratiebewegung und den Pionieren im Eisenbahnbau? Warum war die Entwicklung einiger Städte und ganzer Regionen mit dem Eisenbahnbau verknüpft?
Wir werden im Seminar einen Überblick über die verschiedenen Entwicklungsphasen in der Geschichte der pfälzischen Eisenbahn von den Anfängen bis heute gewinnen. Dabei wird es auch darum gehen, welche militärstrategische Rolle die Reichsbahn spielte und welche Bedeutung sie in der Zeit des Nationalsozialismus hatte. Auch über den Widerstand von Eisenbahnern wollen wir berichten.
Außerdem werden wir uns mit dem Aufstieg und dem Niedergang der Eisenbahn in der Nachkriegszeit beschäftigen, mit der Rolle des Automobilverkehrs und den verschiedenen Interessengruppen. Welche - mittlerweile offensichtlichen - Fehler wurden gemacht? Wie wird versucht, heute die Bahn enkeltauglich zu machen?
Besuche in Museen (Pfalzbahnmuseum Neustadt, Zinkmuseum Kaiserslautern, Gienanth Austellung im Museum Winnweiler, Gespräche mit Expert*innen (angefragt wurden bislang: Werner Schreiner (Historiker und Verkehrsexperte in RLP), Hermann Abmayr (Journalist und Filmemacher u.a. zur NS-Zeit, Helmut Seebach (Volkskundler und Buchautor), Bernd Klesmann (Historiker), Fritz Engbarth (Politikwissenschaftler und Verkehrsexperte) und durch unsere Spurensuche entlang der Bahnstrecken werden wir Antworten auf unsere Fragen erhalten.
Je nach Belieben wird die Strecke zwischen Neustadt, Elmstein, Kaiserslautern und Rockenhausen mit dem Rad auf abgelegenen Strecken im Pfälzer Wald oder mit der Bahn zurückgelegt werden.
Leistungen
5 Übernachtungen mit Frühstück (So-Fr) im Doppelzimmer inklusive 2 Abendessen, Reiseprogramm mit zwei Reiseleitern, geführte Radtouren, Eintrittsgebühren in Museen, Gespräche mit Expert*innen.
Reiseleitung
Thomas Handrich, Politikwissenschaftler und Gründer von politische Radreisen (mehr zu Thomas unter: politische-radreisen.de/thomas-handrich-2/)
Steffen Eiser, Projektleiter und Ausbilder DB Cargo, ( mehr zu Steffen unter: politische-radreisen.de/uber-uns/)
Zusätzliche Infos:
Die Teilnahme von Nichtradler*innen ist möglich!
Mindestteilnehmer*innenzahl 12, maximal ca. 20 TN.
Leihradausleihe in Selbstorganisation. Geradelt wird – nach Selbsteinschätzung – mit Tourenrad oder E-Bike.
Anerkennung als Bildungsurlaub/Bildungszeit möglich!
Übernachtet wird im Naturfreundehaus Elmstein (naturfreundehaus-elmstein.de/de/home-neu/), im Bremerhof bei Kaiserslautern (bremerhof-kl.de/) und für Einzelzimmerbenutzer in KL im B&B-Hotel ([email protected]).
Das Seminar wird veranstaltet von Politische Radreisen in Kooperation mit dem Forum Unna
Motivation & Methodik
Seit knapp 30 Jahren ist die Politische Bildung mein Arbeitsschwerpunkt. Bildung ist für mich der Schlüssel zur Verwirklichung individueller Lebensziele und zur Mitbestimmung in der Gesellschaft. Demokratie bleibt hohl, elitär und entwickelt sich zurück, wenn der Anspruch auf die Herausbildung einer eigenständigen Urteilskraft für Alle aufgegeben wird. Ich will die Menschen, die ich erreiche, dabei unterstützen, sich ein eigenes Urteil in den Seminarthemen zu bilden.
Ich mag es gerne „bunt“ bei meinen Seminaren, Fortbildungen oder Politischen Radtouren. Das bedeutet:
Bei Wochenseminaren/Reisen ist es mir ein besonderes Anliegen, die Gruppe auch als soziale Gemeinschaft reifen zu lassen. Die Erfahrung von gelebter Gemeinschaft, die in der Lage ist, auch Konflikte zu lösen, ist für mich – in einer sich mehr und mehr verkapselnden Gesellschaft – ein wichtiges Bildungsziel.
Ein Stück Solidarität sind auch die gestaffelten TeilnehmerInnenbeiträge. Geldknappheit soll kein Ausschlusskriterium sein.
Über den Leiter Thomas Handrich
In den neunziger Jahren Referent für deutsch-polnischen Austausch in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Jagdschloss Glienicke, als Initiator der ersten Multiplikatorentreffen des neu entstandenen Deutsch-Polnischen-Jugendwerkes und dann, für 11 Jahre, als Referent für Mittel-, Ost- und Südosteuropa in der Heinrich Böll Stiftung.
Ende des Jahres 2005 Wechsel in die Selbstständigkeit. Sommerschulen für Young Leaders aus dem NGO-Bereich in Belarus (in 2012 auch für Young Leaders aus Russland).
Ich berate die Böll-Stiftung und andere Träger bei der Entwicklung von neuen Programmen u.a. in Polen, Belarus und im Südlichem Kaukasus.
Presse
Auf den Spuren der Demokratie, mdmagazin 3/12 (Mitgliedermagazin Mehr Demokratie e.V.)
Homeland of German democracy
Polithistorische Radtour: Freiheitstrunken bei gutem Wein