********ist ausgebucht******Nur noch Plätze auf der Warteliste*******Stand 05.01.2026******
Wir begeben uns in eine Region, die - wie kaum eine andere in Europa – am Ende des 2. Weltkrieges mit einem fast kompletten Bevölkerungsaustausch konfrontiert war. Das vordem deutsche Hinterpommern wurde zum polnischen Westpommern (Pomorze Zachodnie). Die vor der sowjetischen Armee nach Westen flüchtende deutsche Bevölkerung wurde rasch durch Polinnen und Polen ersetzt, die zumeist aus den verloren gegangenen polnischen Ostgebieten in die entleerten Dörfer und Städte umgesiedelt wurden. Die Westverschiebung Polens wurde bereits im Februar 1945 verhandelt, beschlossen wurde sie auf der Potsdamer Konferenz im August 1945. Welche Kurz- und Langzeitfolgen hatten Flucht und Vertreibung für die Menschen individuell und für die Gesellschaften als Ganzes?
Wie lange dauerte es, bis sie Pomorze Zachodnie als neue Heimat empfanden? Wie schauen heute die Menschen vor Ort auf ihre Geschichte zurück? Und: Wie lebten die Fluchterfahrungen bei den Deutschen weiter? Welche Initiativen gab und gibt es in der Region und in Deutschland zur Verständigung und Versöhnung?
Wir wollen uns in diesem Seminar nicht ausschließlich mit historischen Fluchtbewegungen befassen. In Polen leben zur Zeit bis zu einer Million Geflüchtete aus der Ukraine, die vor dem Krieg geflohen sind. Seit einigen Jahren versuchen aber auch Menschen aus anderen Ländern – zumeist über Belarus – nach Polen zu fliehen, werden aber an der Grenze oft brutal zurückgewiesen. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären?
Und wie gehen Gesellschaft und Politik in Polen und Deutschland heute generell mit den Migrant*innen um? Im Seminar werden wir, ausgehend von unseren biographischen Erfahrungen bzw. den Erfahrungen unserer Elterngeneration, Menschen vor Ort treffen, die uns ihre Geschichte bzw. die Geschichte ihrer Vorfahren von Flucht, Vertreibung und Verständigung erzählen. Wir werden mit dem Rad – und ggf. mit dem Kanu – Orte aufsuchen, an denen die Geschichte greifbar wird. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen damaligen und heutigen Fluchtbewegungen werden diskutiert. Was muss sich ändern, damit Fluchtursachen abgebaut werden und die Integration von Geflüchteten gelingt?
Leistungen
6 Übernachtungen mit Halbpension (So-Sa) im Doppelzimmer, Reiseprogramm, geführte Radtouren, Gespräche mit Augenzeug*innen und Historiker*innen (u. a. Zbigniew Mieczkowski), Sprachmittlung deutsch-polnisch. Gegen Aufschlag: Gemeinsame Anreise ab Berlin, Transport von Rädern im Radanhänger.
Reiseleitung
Thomas Handrich, Politikwissenschaftler und Gründer von Politische Radreisen, (mehr zu Thomas siehe: politische-radreisen.de/thomas-handrich-2/)
Sofie Koscholke, Kulturwissenschaftlerin, (mehr zu Sofie siehe: politische-radreisen.de/uber-uns/)
Besonderheiten
Die Teilnahme von Nichtradler*innen ist möglich!
Mindestteilnehmer*innenzahl 12, Maximal 20.
Übernachtet wird in der Ranch im Tal: ranczosiecino.pl
Die Bildungsreise wird veranstaltet von politische Radreisen in Kooperation mit dem Forum Unna.
Motivation & Methodik
Seit knapp 30 Jahren ist die Politische Bildung mein Arbeitsschwerpunkt. Bildung ist für mich der Schlüssel zur Verwirklichung individueller Lebensziele und zur Mitbestimmung in der Gesellschaft. Demokratie bleibt hohl, elitär und entwickelt sich zurück, wenn der Anspruch auf die Herausbildung einer eigenständigen Urteilskraft für Alle aufgegeben wird. Ich will die Menschen, die ich erreiche, dabei unterstützen, sich ein eigenes Urteil in den Seminarthemen zu bilden.
Ich mag es gerne „bunt“ bei meinen Seminaren, Fortbildungen oder Politischen Radtouren. Das bedeutet:
Bei Wochenseminaren/Reisen ist es mir ein besonderes Anliegen, die Gruppe auch als soziale Gemeinschaft reifen zu lassen. Die Erfahrung von gelebter Gemeinschaft, die in der Lage ist, auch Konflikte zu lösen, ist für mich – in einer sich mehr und mehr verkapselnden Gesellschaft – ein wichtiges Bildungsziel.
Ein Stück Solidarität sind auch die gestaffelten TeilnehmerInnenbeiträge. Geldknappheit soll kein Ausschlusskriterium sein.
Über den Leiter Thomas Handrich
In den neunziger Jahren Referent für deutsch-polnischen Austausch in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Jagdschloss Glienicke, als Initiator der ersten Multiplikatorentreffen des neu entstandenen Deutsch-Polnischen-Jugendwerkes und dann, für 11 Jahre, als Referent für Mittel-, Ost- und Südosteuropa in der Heinrich Böll Stiftung.
Ende des Jahres 2005 Wechsel in die Selbstständigkeit. Sommerschulen für Young Leaders aus dem NGO-Bereich in Belarus (in 2012 auch für Young Leaders aus Russland).
Ich berate die Böll-Stiftung und andere Träger bei der Entwicklung von neuen Programmen u.a. in Polen, Belarus und im Südlichem Kaukasus.
Presse
Auf den Spuren der Demokratie, mdmagazin 3/12 (Mitgliedermagazin Mehr Demokratie e.V.)
Homeland of German democracy
Polithistorische Radtour: Freiheitstrunken bei gutem Wein