Als drittgrößte Stadt Österreichs (nach Wien und Graz) bietet Linz zahlreiche imposante Beispiele kultureller und politischer Geschichte.
Als „Führerstadt“ sollte Linz vom NS-Regime eine herausragende wirtschaftliche und kulturelle Rolle zugedacht werden. Unter anderem sollte hier das „Führermuseum“ mit der weltweit größten Kunst- und Gemäldegalerie (Stichwort: Raubkunst) entstehen.
Auch der industrielle Ausbau wurde während der Nazidiktatur forciert. Unter Einsatz von Zwangsarbeitern der nahen Konzentrationslager Mauthausen und Guben, wurden neue Produktionsstätten für Rüstung und Chemie errichtet. Wir besuchen die ehemaligen Hermann-Göring-Werke, die heute noch das Zentrum der österreichischen Stahlindustrie darstellen, und erinnern an die menschenverachtende Ausbeutung im Zeitgeschichte Museum in der Voestalpine Stahlwelt.
Weitere Aspekte des Seminars sind u. a. der Besuch der Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen KZ Mauthausen in dem über 200.000 Menschen inhaftiert waren sowie die Besichtigung des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim. In dem durch das Nazi-Regime zur Tötungsanstalt umfunktionierten Schloss, wurden im Rahmen der „Aktion T4“ (NS-Euthanasiemorde) ca. 30.000 psychisch kranke und körperliche und geistig behinderte Menschen ermordet.
Die Zeit des Nationalsozialismus und die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen ist ein unendliches Lernfeld menschlichen und politischen Verhaltens, von Täter- und Opferverhalten, Mitläufertum, Verführbarkeit, aber auch empathischen Verhaltens.
Wir werden uns dieser Vergangenheit stellen und versuchen, für uns einen Zugang zum Verständnis des Unverständlichen zu finden. Grundlage ist die Erarbeitung von historischem Wissen, darauf aufbauend der Diskurs über eigene, direkte oder vermittelte Erfahrungen mit Unterdrückung und Verfolgung, aber auch Zivilcourage.
Themen:
Wir freuen uns auf dich!
Infos:
Anreise: Sonntag, 04.10.20206
Beginn: Montag 9 Uhr, Ende: Freitag 14 Uhr
Teilnahmebeitrag: 895 € // EZ-Zuschlag 240 €
Der Teilnahmebeitrag inkludiert Übernachtung im Doppelzimmer und Frühstück im ***/* Hotel, ein gemeinsames Abendessen am ersten Seminartag, Eintritte in Museen, Führungen, etc.
Individuelle Anreise nicht im Preis enthalten.
Bei diesem Angebot zahlt die/der Teilnehmende die Teilnahmegebühren.
Anreiseempfehlung:
Mit der Bahn: Düsseldorf – (Nürnberg) – Linz Dauer: ca. 8h, ab 100 € (Sparpreis Hin- und Rückfahrt)
Mit dem Auto: A3èPassau, B85èGrenzübergang Passau, B130èLinz, Entfernung: ca. 750 km, Dauer: ca. 8,5h
Das DGB-Bildungswerk NRW wurde 1989 von den DGB-Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen gegründet. Wir sind ein eingetragener, als gemeinnützig anerkannter Verein mit aktuell rund 70 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Düsseldorf. Unser Vereinszweck ist die Förderung politischer Bildung.
Wir bieten Ihnen politisch bildende Seminare im In- und Ausland, die von engagierten und methodisch kompetenten Referent*innen durchgeführt werden, mit der richtigen Mischung aus neuen Eindrücken über inhaltlich fundierte Führungen und Raum für Nachbereitung und Diskussionen. Gedenkstättenfahrten führen wir in der Überzeugung durch, dass die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nazis für jede Generation wieder neu notwendig ist.
Unsere Angebote wenden sich insbesondere an interessierte Arbeitnehmer*innen, die ihr Recht auf Bildungsurlaub wahrnehmen wollen, aber auch nicht oder nicht mehr berufstätige Menschen sind willkommen. Wir helfen weiter bei allen Fragen rund um die Freistellung für den Bildungsurlaub. Unsere Seminare sind anerkannt in Nordrhein-Westfalen, bei Bedarf erwirken wir sofern möglich auch Freistellungen in anderen Bundesländern.