Resilienz, Achtsamkeit und kreative Selbstfürsorge für schwerhörige, taube (lautsprachlich orientiert) Menschen und Tinnitus Betroffene im privaten und beruflichen Alltag
Ziele des Bildungsurlaubs
Unser Bildungsurlaub richtet sich an schwerhörige, taube (lautsprachlich orientierte) Menschen sowie Tinnitus Betroffene, Ziel ist es, die persönliche Balance zu finden, das Wohlbefinden zu steigern und die Selbstreflexion zu fördern. Gerade Menschen mit Hörverlust erleben täglich Kommunikationsbarrieren, die energiezehrend sind und das Selbstwertgefühl aus dem Gleichgewicht bringen – bis hin zu gesundheitlichen Belastungen. Der Kurs verbindet Resilienztraining, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen mit gezielter kreativer Selbstfürsorge und Strategien, um persönliche und soziale Kompetenzen zu stärken.
Durch praxisnahe Inhalte mit vielen kreativen Übungen wird die mentale Gesundheit gestärkt, Empowerment gefördert und die Hörgesundheit in den Mittelpunkt gestellt. Teilnehmende entwickeln Strategien für den vertrauten Umgang mit Hörverlust und Tinnitus, verbessern Kommunikationswege, stärken ihr Selbstwirksamkeitsempfinden und integrieren achtsame und kreative Rituale in den Alltag.
Die Kommunikation erfolgt in Lautsprache. Eine Funkübertragungsanlage (Roger Phonak) für Hörsystemträger:innen ist vorhanden. Lassen Sie sich ggf. vorab beim Hörakustiker Ihre T-Spule freischalten oder ihre Benutzung vorab erklären.
Inhalte des Programms
Wichtig: Es geht nicht um künstlerisches Talent, sondern darum, sich durch kreative Tätigkeiten und deren eigene Wahrnehmung auszudrücken, die sich oft nicht in Worte fassen lassen. Der Fokus liegt auf dem Prozess des Gestaltens selbst, es gibt daher „kein Richtig und kein Falsch“.
Aktive Teilhabe stärken und Gesellschaft sensibilisieren
Als Zentrum für Bildung und Kultur ist die Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige aktiv, um einerseits Menschen mit Hörbehinderung oder Taubheit für die aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu stärken und andererseits die Gesellschaft über die Probleme von Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit und Ertaubung zu sensibilisieren.
Bildung
In Bildungsurlauben, Workshops, Fortbildungen und in der Ausstellung „Hallo Freiheit! Zusammen über Barrieren“ werden Menschen in sozialen, pädagogischen, pflegerischen und erzieherischen Berufen und Interessierte für die Auswirkungen unterschiedlicher Ausprägungen von Hörbehinderungen sensibilisiert.
Gehörlose Dozentinnen vermitteln in Sprachkursen die Deutsche Gebärdensprache (DGS), die seit dem 1. Mai 2002 als eigenständige Sprache anerkannt ist.
Beratung und Empowerment
In der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstelle (EUTB®) beraten wir Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige und Interessierte zu ganz individuellen Fragen zur gleichberechtigten Teilhabe in Bereichen wie Schule, Bildung, Arbeit oder Freizeit.
In Wochenkursen und Seminaren vermitteln wir Betroffenen unter dem Leitziel der Hilfe zur Selbsthilfe Werkzeuge im Umgang mit der Hörbehinderung. Empowerment und Resilienz sind wichtig für ein selbstbestimmtes Leben mit einer Behinderung und tragende Säulen unserer Konzepte.
Begleitung und Vernetzung
In Integrationskursen begleiten wir taube, als auch schwerhörige Flüchtlinge und Migranten auf dem Weg in die deutsche Schriftsprache, die Deutsche Gebärdensprache und die Kultur der tauben Menschen in Deutschland.
Wir ermöglichen durch unsere Gebärdensprachdolmetscher:innen eine barrierefreie Kommunikation in Gebärdensprache für taube Menschen in Schule, Beruf und Alltag. Wir bauen kommunikative und kulturelle Brücken zwischen tauben und hörenden Gesprächsteilnehmer:innen. Mit unseren Netzwerkpartnern arbeiten wir an gemeinsamen Zielen und pflegen einen regen Austausch zum Wohle der Menschen mit Hörbehinderung oder Taubheit. Wir fördern die Vernetzung der Betroffenen untereinander und unterstützen die Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit Hörbehinderung oder Taubheit, die in unserem Zentrum ihren Sitz haben.
Bewahrung von Kultur
Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist als immaterielles Kulturerbe in Deutschland 2021 in das bundesweite Verzeichnis der UNESCO aufgenommen worden. Sie bildet das soziale und kulturelle Fundament der deutschen Gehörlosengemeinschaft. Der Anerkennung der DGS geht ein langer Weg seit dem 18. Jahrhundert voraus.
In der Ausstellung „Hallo Freiheit! Zusammen über Barrieren“ bewahren wir Geschichte und Kultur von gehörlosen, schwerhörigen und ertaubten Menschen und ihren Kampf und ihr Engagement um gesellschaftliche Anerkennung und Teilhabe.
Wir gewähren Einblicke in das Leben mit Hör- und Verstehbarrieren früher und heute und die Entwicklung von technischen Hilfen. Mit der Ausstellung tragen wir zum inklusiven Miteinander in der Gesellschaft bei.
Unabhängigkeit
Als eine unabhängige, öffentlich-rechtliche Einrichtung vertreten wir eine Haltung, die sich an den Menschenrechten, demokratischen Werten und solidarischen Handeln orientiert. Unsere Angebote können von allen Menschen wahrgenommen werden, unabhängig von ihrer Nationalität, ihrer Religionszugehörigkeit und ihrem Geschlecht. Kostenträgern von Maßnahmen, Spendern und Personen oder Institutionen, die der Stiftung Mittel zuwenden, garantieren wir den sorgfältigen und wirtschaftlichen Umgang mit den Stiftungsmitteln sowie die Beachtung der jeweils zutreffenden Bestimmungen und Gesetze.
Vielseitige Kompetenz!
Unser Team setzt sich überwiegend aus betroffenen Menschen mit Hörbehinderung oder deren Angehörigen zusammen. Es ist mehrsprachig (laut- und gebärdensprachlich) orientiert und verbindet unterschiedliche Kompetenzen und biographische Hintergründe.