Ein langer Weg zu Frieden und Versöhnung
Kolumbien blickt auf über 200 Jahre politischer und gesellschaftlicher Konflikte zurück. Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und Liberalen eskalierte die Gewalt 1948 nach der Ermordung des liberalen Präsidentschaftskandidaten Jorge Eliécer Gaitán. In den 1960er Jahren entstanden vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheit, insbesondere der ungleichen Landverteilung, die Guerillaorganisationen ELN und FARC-EP. Als diese zunehmend offensiv agierten, bildeten Großgrundbesitzer paramilitärische Verbände. In den 1990er Jahren erreichte der Konflikt seinen Höhepunkt und forderte eine große Zahl ziviler Opfer.
Ein entscheidender Wendepunkt war das 2016 geschlossene Friedensabkommen zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC-EP, der ehemals größten Guerillaorganisation des Landes. Seither verfolgt Kolumbien einen umfassenden Prozess der Konfliktaufarbeitung, Reintegration und gesellschaftlichen Versöhnung. Dieser ist jedoch weiterhin von Rückschlägen geprägt; zentrale Konfliktursachen bestehen fort.
Für die nachhaltige Friedenskonsolidierung ist die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft von großer Bedeutung. Deutschland und Europa nehmen dabei eine wichtige Rolle ein: Deutschland zählt zu den langjährigen Unterstützern des Friedensprozesses. Zugleich prägen wirtschaftliche Beziehungen die Entwicklung Kolumbiens, etwa durch europäische Lieferketten und das Lieferkettengesetz. Unsere Reise untersucht diese politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen und fragt danach, welchen Beitrag Deutschland und Europa zu Frieden, Versöhnung und nachhaltiger Entwicklung in Kolumbien leisten können.
Bogotá und Cartagena
Bogotá ist nicht nur die pulsierende Hauptstadt Kolumbiens, sondern auch ein Brennpunkt gesellschaftlicher Veränderungen. Hier wollen wir uns u.a. mit der Geschichte des Landes, den Ursachen und Auswirkungen des Konflikts, partizipativer Gemeindeorganisation oder der Bedeutung internationaler Lieferketten auseinandersetzen.
Cartagena war ein zentraler Schauplatz der Kolonialisierung und des Sklavenhandels. Wir zeichnen die Geschichte und die Auswirkungen des spanischen Kolonialismus nach und werfen abschließend einen Blick auf die deutsch-kolumbianische Zusammenarbeit.
Sozialwissenschaftler, freier Korrespondent und politischer Berater
Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein
Sonderurlaub für Bundesbeamte & Richter (bpb-anerkannt)
Wir über uns …
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