Wer seine Kindheit oder Jugend während des Krieges verbracht hat, ist ein „Kriegskind“ und hat durch Erlebnisse und Nachwirkungen Traumatisierungen erfahren. Die weitere Lebensgestaltung wird dadurch geprägt und hinterlässt in Familien deutliche Spuren. Diese wirken – vielfach unbewusst – in die nachfolgenden Generationen hinein. Kriegsenkel sind die Kinder der Kriegskinder und wurden nicht selten durch die Auswirkungen einer Zeit belastet, in der sie selbst noch nicht geboren waren. Es stellen sich Fragen: Welche Prägungen habe ich durch mein Familiensystem und die Erlebnisse meiner Eltern? Haben mich diese Erfahrungen als Kriegsenkel beeinflusst – und wenn ja, wie stark? Die Generation der Kriegsenkel begibt sich auf eine spannende Spurensuche und traut sich, nach Erlebnissen, Erfahrungen und möglichen Wirkungen zu forschen. Im Erkennen und Verstehen der – oft überraschenden – Zusammenhänge werden auch eigene Prägungen, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten deutlich. Dazu bieten sich vielfältige Wege an.
Dieses Seminar informiert über geschichtliche und gesellschaftliche Hintergründe, beleuchtet mögliche Folgen von Kriegserfahrungen für nachfolgende Generationen (u. a. Traumatisierungen) sowie die Epigenetik als mögliche Form der Weitergabe. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Kriegsenkel mit ihrem Wissen und ihren Erkenntnissen (weiter) umgehen können.
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Berlin
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