Mit Übernachtung

Memoria Kroatia - Auf den Spuren von NS-Verbrechen, Ustaša-Gewalt und ihren Nachwirkungen in der Gespanschaft Zadar

Düsseldorf
5 Kurstage
Max. 20 Teilnehmer
Ab 875 € Kursgebühr
875 € inkl. ÜN/F im DZ, EZ-Zuschlag auf Anfrage, inkl. Eintritt für Gedenkstätten/Museen, Dolmetscher, Transfers
TERMIN
So. 10.10. – Fr. 15.10.2027
Anmeldung möglich

Worum es geht

Die Gespanschaft Zadar ist ein historisch stark geprägter Raum Südosteuropas, in dem sich zentrale Konfliktlinien des 20. Jahrhunderts exemplarisch nachvollziehen lassen. Das Seminar widmet sich der historisch-politischen Auseinandersetzung mit Gewalt, Verfolgung und Erinnerung im Kontext des Nationalsozialismus, des kroatischen Marionettenstaates (NDH), der Nachkriegsordnung in Jugoslawien sowie der jugoslawischen Bürgerkriege der 1990er-Jahre. 

Im Zentrum des Seminars steht der Zweite Weltkrieg in Kroatien: die nationalsozialistische Besatzungspolitik („Balkanfeldzug“), die Annexion dalmatinischer Gebiete durch das faschistische Italien sowie die Errichtung des „Unabhängigen Staates Kroatien“ (NDH) unter der Ustaša-Herrschaft. Thematisiert werden staatlich organisierte Gewalt, die Einrichtung von Konzentrationslagern, Deportationen sowie Massenmorde an Jüdinnen und Juden, Serbinnen und Serben, Roma sowie politischen Gegner*innen. Ebenso werden Vertreibungen, Repressionen und Gewaltakte im Kontext kommunistischer Partisanenverbände und der unmittelbaren Nachkriegszeit kritisch analysiert. Ziel ist eine differenzierte Betrachtung historischer Verantwortung jenseits vereinfachender Täter-Opfer-Narrative.

Auf dieser Grundlage setzen wir uns im Seminar überdies mit dem sozialistischen Jugoslawien unter Josip Broz Tito auseinander. Untersucht werden staatliche Erinnerungspolitiken, der Umgang mit Kollaboration und Widerstand, das institutionalisierte Schweigen über innergesellschaftliche Gewalt sowie die langfristigen Auswirkungen dieser Deutungsmuster auf kollektive Identitäten. Diese Perspektiven führen zur Analyse der Ursachen, Dynamiken und Folgen der jugoslawischen Zerfallskriege Anfang der 1990er-Jahre, einschließlich ethnischer Nationalismen, erneuter Vertreibungen und der Herausforderungen demokratischer Transformation.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der gegenwärtigen Erinnerungskultur in Kroatien: Gedenkstätten, umstrittene Erinnerungsorte, kirchliche und politische Deutungen (u. a. die Rolle des katholischen Klerus in der NDH-Zeit und der Diskurs um Aloysius Stepinac) sowie aktuelle gesellschaftliche Debatten über Schuld, Verantwortung und Versöhnung. Im Seminar erörtern wir, wie Geschichte heute vermittelt wird – in Bildung, Politik, Kirche, Zivilgesellschaft und öffentlichem Raum – und welche Bedeutung diese Aushandlungsprozesse für Demokratie, Menschenrechte und europäische Erinnerung haben.

Themen:

  • Vertiefte Kenntnisse über nationalsozialistische Verbrechen und Kollaborationsregime in Kroatien
  • Kritische Auseinandersetzung mit Gräuel, Gewalt und Vertreibung im Weltkrieg II. sowie Nachkriegsrepressionen
  • Verständnis historischer Kontinuitäten und Brüchen bis zu den Jugoslawienkriegen und in die Gegenwart
  • Analyse pluraler und konflikthafter Erinnerungskulturen im europäischen Kontext

Wir freuen uns auf dich!

Infos:

Anreise: Sonntag, 10.10.2027

Beginn: Montag 9:00 Uhr; Ende: Freitag 14:00 Uhr

Teilnahmebeitrag: 875 € // EZ-Zuschlag auf Nachfrage

Der Teilnahmebeitrag inkludiert Übernachtung/Frühstück im Doppelzimmer, im Zrmanja Canyon Hotel (Obrovac), Eintritt für Gedenkstätten/Museen, Dolmetscher, Transfers etc. 

Individuelle Anreise. 

Bei diesem Angebot zahlt die/der Teilnehmende die Teilnahmegebühren.

Anreiseempfehlung:

Mit dem Flugzeug: Direktflug Düsseldorf – Zadar

Zielgruppe:

Interessierte Arbeitnehmer*innen, Beamt*innen

Vorkenntnisse:

keine erforderlich

Anerkennung als Bildungsurlaub

Liegt vor für

,

Auf anfrage möglich für

Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Kursort

Düsseldorf, Deutschland

Veranstalter

logo DGB-Bildungswerk NRW e.V.

DGB-Bildungswerk NRW e.V.

137 Veröffentlichungen23 aktuelle Termine
137 Veröffentlichungen23 aktuelle Termine

Das DGB-Bildungswerk NRW wurde 1989 von den DGB-Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen gegründet. Wir sind ein eingetragener, als gemeinnützig anerkannter Verein mit aktuell rund 70 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Düsseldorf. Unser Vereinszweck ist die Förderung politischer Bildung.

Wir bieten Ihnen politisch bildende Seminare im In- und Ausland, die von engagierten und methodisch kompetenten Referent*innen durchgeführt werden, mit der richtigen Mischung aus neuen Eindrücken über inhaltlich fundierte Führungen und Raum für Nachbereitung und Diskussionen. Gedenkstättenfahrten führen wir in der Überzeugung durch, dass die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nazis für jede Generation wieder neu notwendig ist.

Unsere Angebote wenden sich insbesondere an interessierte Arbeitnehmer*innen, die ihr Recht auf Bildungsurlaub wahrnehmen wollen, aber auch nicht oder nicht mehr berufstätige Menschen sind willkommen. Wir helfen weiter bei allen Fragen rund um die Freistellung für den Bildungsurlaub. Unsere Seminare sind anerkannt in Nordrhein-Westfalen, bei Bedarf erwirken wir sofern möglich auch Freistellungen in anderen Bundesländern.

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Buchung & Kursdaten

Ein Bildungsangebot von DGB-Bildungswerk NRW e.V..

Kursnummer des Veranstalters: BU-270056-045

Ab 875 € Kursgebühr
875 € inkl. ÜN/F im DZ, EZ-Zuschlag auf Anfrage, inkl. Eintritt für Gedenkstätten/Museen, Dolmetscher, Transfers
TERMIN
So. 10.10. – Fr. 15.10.2027
Anmeldung möglich