Die Geschichte Rumäniens im 20. Jahrhundert ist geprägt von politischen Umbrüchen, Kriegen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Land auf Seiten der Alliierten gegen die Mittelmächte und gewann große Teile von Siebenbürgen und Banat zurück. Dies führte zu einem Anstieg des Nationalbewusstseins und zu Bestrebungen nach Unabhängigkeit. Während des Zweiten Weltkriegs verbündete sich Rumänien jedoch mit Nazi-Deutschland und beteiligte sich an Angriffen auf die Sowjetunion. Als Folge verlor das Land große Gebiete an die Sowjetunion und geriet unter sowjetischen Einfluss.
Die Kommunistische Partei Rumäniens wurde gegründet und das Land wurde von einem kommunistischen Regime unter Führung von Nicolae Ceausescu beherrscht. Ceausescu baute eine Diktatur auf, die geprägt war von Unterdrückung, Propaganda und wirtschaftlicher Misere. Er setzte eine Politik der Zwangsindustrialisierung und der Kollektivierung der Landwirtschaft um, was zu einem Rückgang der Lebensqualität und einem Anstieg der Armut führte. Gleichzeitig investierte er stark in Großprojekte wie den Bau des Donau-Schwarzmeer-Kanals und des Parlamentspalastes, was die Wirtschaft jedoch weiter belastete.
Im Dezember 1989 kam es schließlich zur Revolution, bei der Ceausescu gestürzt und hingerichtet wurde. Rumänien durchlief danach eine schwierige Phase der Demokratisierung und wirtschaftlichen Transformation. Es kam zu einer Privatisierung vieler staatlicher Unternehmen und einer Öffnung des Landes für den internationalen Handel. Jedoch blieben die wirtschaftlichen Herausforderungen bestehen und es kam zu einer großen Abwanderungswelle. Viele Rumänen suchten ihr Glück im Ausland, vor allem in Westeuropa. In den 2000er Jahren setzte jedoch eine wirtschaftliche Erholung ein und das Land wurde schließlich 2007 Mitglied der Europäischen Union.
Heute ist Rumänien ein Mitglied der NATO und der EU. Es hat sich zu einer erfolgreichen Wirtschaft entwickelt und gilt als wichtiger Partner in der Region. Dennoch bleibt die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Rumänien ein bedeutender Teil der nationalen Identität und prägt das politische und gesellschaftliche Bewusstsein des Landes bis heute.
Auf dieser 10tägigen Bildungsreise erfahren die Teilnehmer die Hintergründe der vielschichtigen Geschichte Rumänien des 20. Jahrhunderts.
Martin Kaule, 1979 in Berlin geboren und aufgewachsen, verbindet technisches Wissen mit historischer Neugier und fotografischem Blick. Der Informatik-Betriebswirt entdeckte früh seine Leidenschaft für die Dokumentation vergessener und oft unzugänglicher Orte der Zeitgeschichte.
Seit 2005 organisiert er als Reiseveranstalter außergewöhnliche Touren, die weit über das klassische Sightseeing hinausgehen. Seine Exkursionen, Bildungs- und Forschungsreisen führen zu authentischen Schauplätzen europäischer Geschichte – zu verlassenen Militäranlagen, Relikten des Kalten Krieges, Industriebrachen oder Orten, die sonst kaum öffentlich zugänglich sind. Hier erleben Teilnehmende Geschichte unmittelbar: dort, wo sie einst geschah.
Als Buchautor kann Martin Kaule auf eine umfangreiche Veröffentlichungsreihe verweisen – von historischen Reiseführern bis zu großformatigen Bildbänden, die seine Reisen und fotografischen Expeditionen begleiten.
Bereits 2008 entstanden erste eigene Buchprojekte. Vier Jahre später gründete er den Verein »Orte der Geschichte«, aus dem nahezu 30 Bände in der gleichnamigen Reihe hervorgingen. 2015 folgte die ebenfalls erfolgreiche Publikationsreihe »Geschichts- und Erinnerungsorte«.
Weitere Informationen zu Martin Kaule, seinen Reisen und Publikationen finden sich auf www.martin-kaule-reisen.de.