Mit der Unterzeichnung des Spitzbergenvertrages am 09.02.1920 wurde nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung und friedliche Nutzung Spitzbergens sichergestellt, sondern durch seinen besonderen Status entstand ein Gebiet, das auch heute noch weltweit einmalig ist. Bürger und Unternehmen aller Unterzeichnerstaaten sind seitdem berechtigt auf den Inseln Spitzbergens gleichberechtigt wirtschaftlich tätig zu sein. Die 61.022 km² große Inselgruppe wurde mit der Unterzeichnung vollständig und uneingeschränkt norwegischer Verwaltung unterstellt. 1920 war an einen Kalten Krieg und einem daraus resultierenden Konflikt zwischen den einzelnen nun entstandenen Machtblöcken nicht zu denken. Doch als entmilitarisierte Zone entwickelten sich die jeweiligen Siedlungen unter dem Einflussbereich Norwegens beziehungsweise der Sowjetunion/Russland auch in der Arktis sehr unterschiedlich, aber stets in friedlicher Nachbarschaft. Durch die rauen Bedingungen stand in den folgenden Jahrzehnten lediglich der Abbau der Steinkohle im jeweiligen Interessensbereich. Daneben fand zwischen beiden Nationen ein steter Austausch vornehmlich auf sportlicher und kultureller Ebene bis zum Ende des ersten Kalten Krieges statt. Doch seit einigen Jahren spitzen sich die politischen Interessen unterschiedlicher Unterzeichnerstaaten zu. Durch den steten Klimawandel und die damit verbundene stärkere mögliche Ausbeutung der Arktis sowie die Entstehung neuer möglichen Schifffahrtsrouten für den Welthandel bleibt die politische, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung des Spitzbergen-Archipels erneut spannend. Auf dieser 5tägigen Bildungsreise erfahren die Teilnehmer nicht nur alle geschichtlichen Aspekte zur einmaligen Geschichte des Spitzbergen-Archipels, sondern mit vertiefenden Vorträgen und Feldexkursionen werden die unterschiedlichen Aspekte der Sonderrolle Spitzbergens von unterschiedlichen Seiten beleuchtet.
Martin Kaule, 1979 in Berlin geboren und aufgewachsen, verbindet technisches Wissen mit historischer Neugier und fotografischem Blick. Der Informatik-Betriebswirt entdeckte früh seine Leidenschaft für die Dokumentation vergessener und oft unzugänglicher Orte der Zeitgeschichte.
Seit 2005 organisiert er als Reiseveranstalter außergewöhnliche Touren, die weit über das klassische Sightseeing hinausgehen. Seine Exkursionen, Bildungs- und Forschungsreisen führen zu authentischen Schauplätzen europäischer Geschichte – zu verlassenen Militäranlagen, Relikten des Kalten Krieges, Industriebrachen oder Orten, die sonst kaum öffentlich zugänglich sind. Hier erleben Teilnehmende Geschichte unmittelbar: dort, wo sie einst geschah.
Als Buchautor kann Martin Kaule auf eine umfangreiche Veröffentlichungsreihe verweisen – von historischen Reiseführern bis zu großformatigen Bildbänden, die seine Reisen und fotografischen Expeditionen begleiten.
Bereits 2008 entstanden erste eigene Buchprojekte. Vier Jahre später gründete er den Verein »Orte der Geschichte«, aus dem nahezu 30 Bände in der gleichnamigen Reihe hervorgingen. 2015 folgte die ebenfalls erfolgreiche Publikationsreihe »Geschichts- und Erinnerungsorte«.
Weitere Informationen zu Martin Kaule, seinen Reisen und Publikationen finden sich auf www.martin-kaule-reisen.de.