Geschichten aus schwierigen Zeiten unserer Vergangenheit - Kriege, Vertreibung, Armut, politische Verstrickungen und andere - kennen wir aus dem Geschichtsunterricht, manche auch aus Erzählfragmenten und in zahlreichen deutschen Familien kommen heute durch Recherchen und Akteneinsichten neue Informationen ans Licht – etwa Mitgliedschaften in NS‑Organisationen oder andere belastende Bezüge. Solche Funde werfen Fragen auf, verunsichern und machen Gespräche zugleich schwieriger und dringlicher.
Manche Familienmitglieder suchen den Dialog und tun sich doch schwer, die Mauern des Schweigens zu durchbrechen. Groß sind eigene Verletzungen, Scham oder Schuldgefühle sowie die Sorge, wie in der Familie darüber gesprochen werden kann, ohne zu verletzen oder zu relativieren. Sie belasten auch nachfolgende Generationen, lassen Familien emotional erstarren und blockieren den Zugang zu wertvollen inneren Ressourcen.
Auch die "Kinder der Kriegskinder" des Zweiten Weltkriegs sind zum Teil betroffen. Angehörige der Enkel‑ und auch der Urenkelgeneration berichten, sich häufig nicht wirklich heimisch zu fühlen, sich nur schwer auf tiefere Beziehungen einzulassen und sich extrem viel Arbeit und Verantwortung aufzubürden. Neue Archivfunde, etwa zu NS‑Bezügen von Vorfahren, können alte Familienmuster reaktivieren und den Bedarf an sorgfältiger Einordnung deutlich machen, um diese transgenerationalen Effekte zu verstehen und abzufedern.
Wir suchen aktiv den Weg zu diesen oft verschlossenen Erfahrungen, wollen die Zusammenhänge verstehen, auch wenn die Familienmitglieder verstorben sind, um unsere Wurzeln zu finden und Kraft aus ihnen zu schöpfen.
Methoden
Exploration des Familiensystems, Skulpturarbeit, Aufstellungen, Rollenspiele und Dialoge.
Zielgruppe
Für Menschen aller Generationen, die Bezüge zu belastenden historischen Erfahrungen in der eigenen Familie erkunden möchten – etwa zur NS‑Zeit, zu anderen Kriegen und Konflikten, zu Vertreibung, Armut oder Nachkriegsfolgen – sowie für Alle, die spüren, dass Schweigen und Scham belasten.
Hinweis
Durch die Intensität des Seminars ist die Teilnehmendenzahl auf maximal 9 Personen begrenzt.
, Hessen, , Saarland
Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
Über uns
Das Odenwald-Institut (OI) wurde 1978 von Mary Anne und Karl Kübel als Bildungsinstitut am Rande der Metropolregion Rhein-Neckar gegründet. Eine Autostunde von Heidelberg, Mannheim und Darmstadt laden fünf Tagungshäuser mit eigener Buchhandlung zu Begegnung und Reflexion auf der 577 Meter hohen Tromm. Abstand vom Alltag und Blick in den Odenwald und die Pfalz bieten eine hervorragende Voraussetzung, um miteinander und voneinander zu lernen.
Jährlich bieten wir rund 400 Angebote: Einzelseminare, Methoden-Module, Weiterbildungen in Grund-und Aufbaustufen, Supervisionen, ALUMNI-Veranstaltungen, Informationsveranstaltungen, Fachtagungen…
Die Konzepte sind fundiert und basieren auf einer Vielzahl von anerkannten Methoden: u.a. Systemische Therapie und Coaching, Mediation, Transaktionsanalyse (TA), Neuro-Linguistisches-Programmieren (NLP), Themenzentrierte Interaktion (TZI), Paarsynthese, Ausdrucksmalen, Gestalttherapie, Jeux Dramatiques, Ki-, Körper und Gestaltarbeit (KiKG), MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction), Feldenkrais, Progressive Muskelentspannung, Atem- und Stimmarbeit …
Das Odenwald-Institut ist gemeinnützig, zertifiziert von Weiterbildung Hessen und Kooperationspartner des Landes Hessen beim Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) sowie in der Jugendbildung des Kreises Bergstraße.
Der Veranstalter beantwortet gerne Ihre Fragen per Telefon oder E-Mail.
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Ein Bildungsangebot von Odenwald-Institut der Karl Kübel Stiftung.